Geschichte des Sielhofs

Der Sielhof in Neuharlingersiel

Geschichte des Sielhofs

Das Ortsbild Neuharlingersiels wird neben dem Hafen im Ortskern von einem Bauwerk geprägt, das in den Fischerdörfern entlang der ostfriesischen Nordseeküste kein vergleichbares Pendant besitzt – dem Sielhof. Bereits im Jahre 1684 bezeichnete Balthasar Arend in seiner „Landbeschreibung vom Harlingerland“ einen Platz als „Warfe“, der heute als der Platz des späteren Sielhofes angesehen werden kann.

Einstiger Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert

Im Jahr 1755 begann Siebelt Frerichs Eymen die Warfe zu befestigen und ein Steinhaus darauf zu errichten. Der zweistöckige Bau bildet den Kern des heutigen Sielhof-Gebäudes. Zwischen 1899 und 1906 wurden bauliche Veränderungen vorgenommen. Das Gebäude erhielt einen Vorbau an der östlichen Ecke. Um an der westlichen Seite ein architektonisches Gegenstück zu erhalten, wurde ein Kapellenanbau erstellt. Gleichzeitig erhielt der Sielhof einen turmartigen Aufbau in der Mitte des Kernbaus.

Familie von Eucken

Im Jahr 1907 wurde der Sielhof zum Herrensitz der Familie von Eucken. Bis 1967 blieb er der Sitz der Familie, bevor die Räumlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Umbau- und Restaurierung

1989 erwarb der Kurverein Neuharlingersiel e.V. das Anwesen. Die anschließende Umbau- und Restaurierungszeit dauerte 20 Monate. Altes und Neues wurden harmonisch miteinander verbunden. Besonders sehenswert ist die Fliesenwand mit handgemalten biblischen Motiven, die aus dem Jahr 1756 stammende geschnitzte Eymen-Tür und der Kachel-Kamin mit einem wunderschönen Rosen-Tableau in der Upkammer. Das Rokokozimmer mit seiner Deckenmalerei und das ehemalige Jagdzimmer stehen für Ausstellungen, Tagungen und Festlichkeiten zur Verfügung. In der ebenfalls liebevoll restaurierten Kapelle finden Trauungen und Taufen statt.

Haus des Gastes

In der oberen Etage des Sielhofs befindet sich heute das Haus des Gastes.